Pathologiebefund Waran
Uns ist letzte Woche ein Smaragdwaran relativ kurz nach dem Kauf verstorben. Da die Haltungsparameter passen sollten (min. 70% Luftfeuchtigkeit, 28-30°C, Spot etwa 35/37°C, Klettermöglichkeiten an Korkwänden und Ästen, gerne genutzte Rückzugsmöglichkeiten in Korkröhren), kam dieser Tod überraschend für uns.
Vorab möchte ich hinzufügen, dass ja, wir haben den Fehler gemacht und noch keine Kotprobe an den Tierarzt gegeben (ich habe zwar am Tag vor der Einlieferung des Tieres in die Kleintierklinik Strebersdorf, mit meiner ortsansässigen Tierärztin über die beste Art und Weise der Kotuntersuchung gesprochen, aber das ist ja wohl im nachhinein nicht mehr relevant).
Nachdem das Tier trotz Reanimation in der Kleintierklinik Strebersdorf (Hochleithner) nach nur wenigen Stunden verstorben ist, übergab ich es an die Pathologie der Vet Wien. Heute kam der nachstehende Befund:
Vorbericht: seit wenigen Wochen im Besitz, vor 2 Tagen apathisch, gestern Tierarzt, RÖ u. US, Behandlung, trotz Reanimation bei Tierarzt verstorben
Durchgeführte Untersuchungen:
Obduktion, histologische und parasitologische Untersuchung
Befund:
Sehr guter Nährzustand; mittelgradige Anämie (Blutarmut); geringgradige Gelenksgicht; mäßiges Körperhöhlenödem; mittelgradige Serosengicht, hochgradig am Pericard (Herzbeutel); mittelgradiges Lungenödem (vermehrt Flüssigkeit in der Lunge), mäßige akute eitrige Pneumonie (Lungenentzündung); eine parasitäre Zyste reaktionslos im Myocard (Herzmuskel); massenhaft Gichtpyogranulome (Entzündungsherde) in der hochgradig verfetteten Leber und den deutlich vergrößerten Nieren; mäßige interstitielle gemischtzellige Nephritis (Nierenentzündung), mittelgradige akute Tubulonephrose (Schädigung der Nierenkanälchen); im Magen ca. 20 bis 4 cm lange, fest an der Schleimhaut anhaftende Würmer mit geringgradiger reaktiver eitriger Gastritis (Magenentzündung) und geringgradiger Fibrose (Vermehrung des Bindegewebes) der Schleimhaut; im Duodenum 4 weitere gleichartige Würmer, geringgradige eitrige Enteritis (Dünndarmentzündung); im Dickdarm große Mengen beiger Brei, geringgradige Hyperämie (vermehrte Blutfülle) der Schleimhaut; Hoden aktiv.
Die Würmer aus dem Magen wurden bei der parasitologischen Untersuchung als Physaloptera sp. bestimmt.
Diagnose:
Massive Gicht; Anämie; Endoparasitose; Leberverfettung; akute Tubulonephrose; akute Pneumonie.
Meine Frage nun ist: ist dies der Befund eines Tieres, das schon seit langer Zeit falsch gehalten worden ist, oder kann das innerhalb von nur wenigen Wochen auftreten? - Am Donnerstag haben wir ein Gespräch mit dem Händler über diese Angelegenheit und ich möchte mich gut vorbereiten um mich nicht "niederreden" zu lassen. Meine Vermutung lautet auf falsche Ernährung von Anfang an - und zwar ausschließlich Mäusepinkies. (Ich werde nie vergessen, wie ungewohnt dem Waran das Fressen von Heuschrecken erschien.)
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